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Neue psychoanalytische Theorien - Ihr Wissens-Check

Total questions: 24

Worksheet time: 2hrs 32mins

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1.

Was bedeutet der Begriff "Selbstmitteilungen" ("self-disclosure") und zu welcher neueren Richtung gehört dieser Begriff?

a)

Die Selbstöffnungen des Therapeuten (auch seiner Gegenübertragung) sollen für den Patienten Modellfunktion haben sowie ihm Informationen zur Verfügung stellen, zu verstehen was der Pat. in anderen Menschen auslöst. Der Begriff gehört zur Relationalen Psychoanalyse nach Mitchel.

b)

Die Selbstöffnungen des Therapeuten (auch seiner Gegenübertragung) sollen in jedem Falle vermieden werden, damit der Therapeut weiterhin als Projektionsfläche dienen kann und die therapeutische Beziehung komplementär bleibt. Der Begriff gehört zur Mentalisierungsbasierten Richtung nach Fonagy.

c)

Die Selbstöffnungen des Patienten (seiner Gefühle und Gedanken) sollen in jedem Falle in der Psychotherapie gefördert werden, damit der Patient in den therapeutischen Prozess kommen kann. Ziel ist ein intersubjektiver Wechsel zwischen einer symmetrischen und komplementären Therapie-Beziehung. Der Begriff gehört zur Interpersonalen Richtung nach Sullivan.

2.

Gibt es eine (neuere) Richtung in der man sich mit dem Patienten verstricken "darf"?

a)

Ja: die relationale Psychonanalyse nach Mitchel geht davon aus, dass diese Verstrickungen unvermeidlich sind und somit wertvolle Gelegenheiten sind zu thematisieren, wie beide Seiten - Patient und Therapeut- zu bestimmten Beziehungsmustern beitragen. In der nachträglichen Analyse geht es darum aus diesen Verstrickungen zu lernen.

b)

Ja: die relationale Psychoanalyse nach Mitchel möchte, dass der Psychotherapeut in der Phantasie und mittels Szenischem Verstehen Verstrickungen zwischen sich und dem Pat. frühzeitig innerlich antizipiert. Ohne Selbstoffenbarungen und enactment auf der Handlungsebene soll er dann frühzeitig das therapeutische Geschehen neu lenken.

c)

Nein: bei aller Innovation für neuere Techniken, gilt es in allen psychoanalytischen Richtungen in jedem Fall darum, Verstrickungen in der therapeutischen Beziehung zu vermeiden. Verstrickungen sind Ausdruck einer mangelhaften Lehranalyse/Selbsterfahrung und führt zu folgenschweren Fehlern in der Behandllung.

3.

Welche theoretische Richtung hat sich weiter aus der Selbstpsychologie entwickelt?

a)

Die Intersubjektive Psychoanalyse

b)

Die Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse

c)

Die Relationale Psychoanalyse

d)

Die Interpersonelle Psychoanalyse

4.

Welcher Therapeut welcher Richtung stellt sich vor allem die folgende Frage: "Wie stufe ich die Fähigkeit des Pat. ein, die in der Therapie „gelernten“ neuen Formen der Bezogenheit auf sein privates, berufliches bzw. familiäres Leben zu übertragen? "

a)

Relationale Psychoanalyse

b)

Ich-Psychologische Psychoanalyse neuerer Ausrichtung

c)

Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse

d)

Interpersonelle Psychoanalyse

5.

Welche therapeutische Haltung passt am besten zur mentalisierungsbasierten Psychoanalyse?

a)

eine nicht wissende neugierig, fragende Haltung

b)

eine lenkende, erklärende Haltung

c)

eine abstinente Haltung

d)

eine Haltung, die Selbstoffenbarungen mit einschließt

e)

eine Haltung, die nach einer gemeinsamen Sprache für die inneren Prozesse des Pat. sucht

6.

Haben Projektion und Äquivalenz-Modus etwas miteinander gemeinsam?

a)

Ja, in der Projektion ist auch das innerlich erlebt mit dem Äußerlich erlebten gleichgesetzt wie im Äquivalenz-Modus

b)

Nein, Projektion und Äquivalenzmodus haben nichts miteinander gemeinsam, weil letzteres sich nur auf mentale Prozesse anderer bezieht

7.

Wie nennt es die Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse, wenn wir das innerlich Erlebte mit der äußeren Realität gleichsetzen und so erleben?

a)

Als-ob-Modus

b)

Äquivalenz-Modus

c)

Äquilibrations-Modus

d)

Äquivalenz-Stufe

e)

Als-ob-Stufe

8.

Für welche Störungen ist die Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse anwendbar?

a)

Bei Borderline-Störungen

b)

Bei somatoformen Störungen

c)

Bei Depressionen

d)

Bei Suchtstörungen

9.

Wie nennt die Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse die Entwicklungsstufe, in der Gedanken, Motive etc. von der äußeren Realität getrennt und v.a. im Spiel erprobt werden.

(a)  

10.

Welche Intervention ist keine mentalisierungsfördernde therapeutische Äußerung?

a)

Das ist nicht schlimm. Sie sind eben so, weil das Teil ihrer Störung ist

b)

Sie sagen, dass Sie gerade ärgerlich sind. In welcher Situation kam das Gefühl gerade auf, was habe ich da gesagt...?

c)

Versuchen wir nochmal auf die Situation zu blicken, was ging da in Ihnen vor.

d)

Ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe, können Sie mir nochmal sagen, ...

11.

Mentalisierungsfähigkeit und Empathie haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Kreuzen Sie die richtigen Aussagen hierzu an.

a)

Mentalisierung bezieht sich auf das eigene Selbst, die anderen, auf kognitive, wie affektive Inhalte und Mentalisierung kann sowohl bewusst als auch unbewusst/implizit ablaufen

b)

Empathie bezieht sich auf das eigene Selbst, die anderen, auf kognitive, wie affektive Inhalte und Empathie kann sowohl bewusst/explizit als auch unbewusst/implizit ablaufen

c)

Empathie bezieht sich in der Regel auf die Anderen und umfasst dabei affektive Inhalte. Empathie kann dabei bewusst/explizit als auch unbewusst/implizit ablaufen

d)

Empathie bezieht sich in der Regel auf die Anderen und umfasst dabei affektive Inhalte. Empathie kann dabei nur unbewusst/implizit ablaufen

e)

Mentalisierung bezieht sich auf das eigene Selbst, die anderen, auf kognitive, wie affektive Inhalte und Mentalisierung kann aber nur unbewusst/implizit ablaufen

12.

Wie nennt die Bindungstheorie die Fähigkeit der Mutter /des primären Objekts die Signale des Babys/Kleinkindes wahrzunehmen, richtig wahrzunehmen, prompt und gleichbleibend zu reagieren?

a)

Sensitivität

b)

Reziprozität

c)

Sensibilität

d)

Interdependenz

13.

Worauf müssen Sie aus bindungstheoretischer Sicht als Therapeut bei einem Patienten mit bindungsvermeidendem Muster achten?

a)

Auf zu viel emtionale Nähe kann der Patient mit Rückzug reagieren

b)

Auf zu viel emtionale Nähe kann der Patient mit Verschmelzungswünschen reagieren

c)

Dass man das Nähe- und Verstehensangebot immer wieder erneuern müssen, damit es beim Patienten ankommt.

14.

Patienten mit unsicherer Bindung können bei Phasen längeren Schweigens im Gesicht des Therapeuten Ablehnung oder gar Verachtung wahrnehmen. Mit welchem Verhalten können diese Patienten hierauf reagieren?

a)

mit Spott, Entwertung

b)

mit Rückzug

c)

mit Anklammerung

15.

Wie heißt die diagnostische Methode zur Erhebung der Erinnerungen von Erwachsenen an ihre Kindheitsbindungen (z. B. Erinnerung an Trennungssituationen, an Zurückweisungen etc.).

(a)  

16.

Welche neuere psychoanalytische Theorie ist am meisten mit dem systemischen Denken vereinbar?

a)

intersubjektive Psychoanalyse

b)

relationale Psychoanalyse

c)

Interpersonelle Psychoanalyse

d)

Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse

17.

Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Intersubjektiven und der Relationalen Psychoanalyse? Mehrere Antworten sind richtig.

a)

Gemeinsam lehnen beide, die Vorstellung ab, dass der Psychotherapeut eine objektive Realität erkennen könne

b)

Unterschiede: Die intersubjektive Psychoanayse trennen klar zwischen Realität und Fantasie, während die Vertreter der Relationalen Psychoanalyse davon ausgehen, dass sich Fantasie und Realität gegenseitig durchdringen und bereichern können

c)

Unterschiede: Die Relationale Psychoanayse trennen klar zwischen Realität und Fantasie, während die Vertreter der Intersubjektiven Psychoanalyse davon ausgehen, dass sich Fantasie und Realität gegenseitig durchdringen und bereichern können

d)

Gemeinsam haben beide, dass Sie weiterhin die Gültigkeit der psychosexuellen Phasen postulieren

18.

Was meint Pseudo-Mentalisieren?

a)

Über Gedanken und Gefühle anderer mit absoluter Gewissheit zu sprechen

b)

Sich darüber hinwegzusetzen, dass man fremde Psychen niemals wirklich kennen kann

c)

Nicht zu begreifen, wie es auf den Betroffenen wirkt, wenn ein anderer seine Gedanken und Gefühle definiert

d)

Eigene Gefühle oder fremde Gedanken werden nur anerkannt, wenn sie mit den Interessen des Individuums übereinstimmen

19.

Wie nennt die Mentalisierungsbasierte Psychoanalyse es, wenn ein Patient zu Ihnen sagt: "Ich bin halt so, weil ich bin Borderline!"

(a)  

20.

Warum ist Filmgucken so lustvoll? Aus Sicht der Mentalisierungsbasierten verfallen wir beim Filmeschauen in einen gewissen Zustand. Wir verfallen als Zuschauer in den ...

(a)  

21.

Wie heißt der bekannteste internationale Vertreter der Mentalisierungsbasierten Psychoanalyse?

(a)  

22.

Was versteht man unter der Affektmarkierung im Kontext der Affektmentalisierung?

a)

Die Mutter mischt beim Spiegeln von Affekten in ihrer Mimik dem Kind gegenüber einen Eigenbeitrag dazu. Durch diese veränderte Wiedergabe kommentiert die Mutter gewissermaßen das Gefühl des Kindes, wodurch das Kind einen Unterschied zwischen sich und ihrem Gefühl und dem der Mutter erkennt. So bilden sich Affektmentalisierungen aus.

b)

Die Mutter markiert beim Spiegeln von Affekten dem Kind gegenüber primär verbal mit Worten den Affekt.

Durch diese Markierung bilden sich schrittweise verbal repräsentierte emotionale Repräsentanzen beim Kind aus. Als Zwischenstufe sind hier vor allem die affektiven Teil-Repräsentanzen wichtig.

23.

Seit dem 11. Faber/Haarstrick Kommentar der Psychotherapie-Richtlinie sind in der TP zur Behandlung von strukturellen Störungen bestimmte therapeutische Techniken und Methoden "erlaubt". Welche als zulässig beschriebene Techniken sind das?

a)

Mentalisierungsbasierte Methode (nach Fonagy)

b)

Psychoanalytisch-interaktioenlle Methode (nach Heigl und Nachfolgern)

c)

Übertragungsfokussierte Psychotherapie (nach Kernberg)

d)

Strukturbezogene Psychotherapie (nach Rudolf)

e)

Ich-Psychologisches Vorgehen (nach Hartmann)

24.

In der intersubjektiven Psychoanayse herrscht ein anderes Verständnis von therapeutischer Beziehung und für das was als "wahr" in der Therapie angesehen wird. Für welches traditionelle psychoanalytische Konzept ergibt sich hieraus ein ganz neues Verständnis? Für das Konzept von ...

(a)