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Klassenführung

Klassenführung

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Lara Vosen

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24 Slides • 16 Questions

1

Klassenführung

Falk Beuermann, Sonja Seeger, Lara Vosen

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2

Open Ended

Woran denkst du, wenn du auf deine Schulzeit zurückblickst?
Wie war das Klassenklima?
Was bedeutet der Begriff "Klassenführung" für dich?

3

Was ist Klassenführung?

  • bedeutet die Schaffung einer möglichst zeitintensiven Auseinandersetzung mit Lerninhalten

  • also die Bereitstellung maximaler aktiver Lernzeit

  • all das, was die Lehrkraft in Form von Aktivitäten und

    Haltungen zur Steuerung der Interaktionen in der Klasse beisteuert, immer mit dem

    Bewusstsein, dass die Klasse mehr ist als die Summe der einzelnen SuS, und dass sich

    individuelle Lernprozesse gegenseitig beeinflussen

4

Konzepte der Klassenführung

  • 1. Klassenlehrer sein

  • -Eine Klasse zu führen ist gleichbedeutend der Aufgabe, Klassenlehrer/in zu sein

5

Konzepte der Klassenführung

  • 2. Klassenführung als Inbegriff erfolgreichen Unterrichtens und Führens:

  • umfasst also noch vieles, z.B. Qualität des Lehrens

    -man könnte daher eher von Klassenmanagement sprechen.

  • Aber: der Begriff Klassenführung hat sich bereits etabliert, ein zweiter Begriff ist nicht nötig

6

Konzepte der Klassenführung

  • 3. Klassenführung als Reaktion auf Unterrichtsstörungen:

  • Klassenführung wird primär als Umgang mit Disziplinstörungen in Verbindung gebracht

  • Assoziationen hierzu sind überwiegend:

    ·         Ruhe

    ·         Ordnung

    ·         Drill

  • Dies spiegelt allerdings ein veraltetes Denken wieder (behavioristische Konzeption)

  • Die Reduktion auf Klassenführung als Reaktion auf Unterrichtsstörungen ist demnach zu verkürzt

7

Konzepte der Klassenführung

  • 4. Integrativer Ansatz (ergibt sich aus den vorher genannten Ansätzen):

  • - heute vorherrschende Sichtweise der Klassenführung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie die folgenden Elemente umfasst:

  • ·     Präventive (Mögliche Quellen für Störungen lokalisieren; stehen klar im Mittelpunkt)

  • ·     Proaktive (Sparsame Aktionen bei unmittelbar bevorstehenden Störungen)

  • ·     Reaktive (Auftretende Störungen unverzüglich, undramatisch und wenn möglich diskret unterbinden.

8

Multiple Choice

Mittwoch in der sechsten Stunde betritt die 7b ihren Klassenraum und trifft dort auf ihren Lehrer, welcher den Stundenverlaufsplan bereits am Smartboard festgehalten hat. Wie jedes Mal begrüßen sie sich und wiederholen kurz die für den Unterricht aufgestellten Regeln.

1

Präventiv

2

Proaktiv

3

Reaktiv

9

Multiple Choice

Dienstag in der dritten Stunde entdeckt Frau M, wie sich zwei SuS während der Stillarbeitsphase über ihre Wochenendaktivitäten austauschen und derweil ihre Schulaufgaben verlassen. Sie schaut diese nun gezielt an, worauf diese ihre Gespräche einstellen und mit ihren Aufgaben fortfahren.

1

Reaktiv

2

Präventiv

3

Proaktiv

10

Multiple Choice

Herr B nimmt 4 sich so lautstark unterhaltende SuS wahr, dass diese das Unterrichtsgeschehen massiv beeinflussen. Deswegen ermahnt er diese Gruppe nicht mehr so laut zu sein und sich wieder ihren Aufgaben zu widmen.

1

Proaktiv

2

Präventiv

3

Reaktiv

11

Multiple Choice

Dienstag in der dritten Stunde entdeckt Frau M, wie sich zwei SuS während der Stillarbeitsphase über ihre Wochenendaktivitäten austauschen und derweil ihre Schulaufgaben verlassen. Sie schaut diese nun gezielt an, worauf diese ihre Gespräche einstellen und mit ihren Aufgaben fortfahren.

1

Reaktiv

2

Präventiv

3

Proaktiv

12

Multiple Choice

Was ist das Hauptziel effektiver Klassenführung?

1

Ruhe und Ordnung im Klassenraum

2

Maximierung aktiver Lernzeit

3

Enstpannte Lernathmosphäre

4

Organisierter Unterrichtsablauf

13

Multiple Select

Welches gehört zu den Konzepten effizienter Klassenführung?

1

Klassenlehrer sein

2

Inklusiver Ansatz

3

Effizienter Unterricht

4

Integrativer Ansatz

14

Rahmenmodell: Wirkungsgeflecht der Klassenführung

  • -motivierender Unterricht, der weder unter-, noch überfordert, sondern zur Aktivität anregt, den Unterricht sinnvoll mitzugestalten

  • -Lernzeitbudget sichern

  • -die überragende Wertigkeit und Wichtigkeit, die die Lehrkraft den Lernenden gegenüber zuschreibt, signalisieren

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15

Weitere Ziele effektiver Klassenführung

  • Ein Klassenklima welches:

  • - gute Lehr – und Lernprozesse ermöglicht

  • - die Entfaltung und Schutz jedes einzelnen gewährleistet

  • - den SuS ermöglicht, an gemeinschaftsbildenden Aktivitäten zu lernen

  • - die Motivation der SuS stärkt, sich zugunsten der Gemeinschaft einzusetzen

16

Wie kann gute Klassenführung gelingen?

Forschungsfelder

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17

Professionswissen

  • Erfolgreiche Klassenmanager haben ein solides Professionswissen

  • Sie sind über zentrale Forschungsergebnisse und deren theoretischen Grundlagen im Bilde

  • -  Hierzu gehören:

    ·     Lehr- und Lernforschung (im engeren Sinne)

    ·     Sozialpsychologie des Unterrichts

    ·     Lernpsychologie

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18

Regeln

  • Frühzeitiges Etablieren von Regeln, die sich auf das gesamte Spektrum akademischen und sozialen Verhaltens beziehen

  • kontinuierliche Sicherung und Festigung der Regeln und ihre konsequente und konsistente Einhaltung

  • Verbindlichkeitscharakter kann unterstützt werden durch:

    ·     Plakate & Committment (Unterschrift/vertragsähnlich)

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19

Zeitmanagement

  • meint eine effektive Nutzung der Unterrichtszeit durch entsprechend Organisation

  • Eine effektive Zeitnutzung kann unterstützt werden durch:

    - geschmeidige, flexible und effektive Orchestrierung von Ritualen und Routinen

    - eingeschliffene Prozeduren

    - Kounins Techniken

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20

Open Ended

Welche "Zeitdiebe" sind dir im Unterricht schon begegnet? Wie hast du als Lehrperson versucht diese zu umgehen?

21

Umgang mit Störungen

  • Hier erfährst du später etwas über den "Low-Profile- Ansatz"

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22

Techniken der Klassenführungen nach Kounin


23

Multiple Choice

Fräulein Smith arbeitet mit der Gruppe der »Rockets« im Lesekreis, während die anderen Gruppen an ihren Plätzen still arbeiten. Mary hat soeben ihren Lesevortrag beendet. Die Lehrerin sagt: »Schön, Mary. Und damit sind wir am Ende unserer Geschichte angelangt. Geht nun an eure Plätze zurück und macht eure Stillarbeit fertig.« Sie schließt ihr Buch, schaut sich etwa drei Sekunden lang im Zimmer um und sagt dann: »So, jetzt dürfen die Bluebirds zum Lesekreis vorkommen.« Fräulein Jones beschäftigt sich mit den »Brownies« im Lesekreis, während die anderen Gruppen an ihren Plätzen stillarbeiten. John hat gerade zu Ende gelesen. Die Lehrerin schließt ihr Buch und sagt: »Gut, John. Geht nun alle an eure Plätze zurück und macht eure Aufgaben fertig«. Und sie fügt sofort hinzu: »Cubs, jetzt seid ihr an der Reihe, bitte kommt vor zum Lesekreis.« (Kounin, 2006, S.102)

1

Gruppenaktivierung/-mobilisierung

2

Reibungslosigkeit und Schwung

3

Abwechslung und Herausforderung

4

Allgegenwärtigkeit und Überlappung

24

Multiple Choice

Der Lehrer arbeitet mit einer Lesegruppe, und Mary liest gerade vor. John und Richard, beide dem Stillarbeitsbereich zugeteilt, unterhalten sich vernehmlich. Der Lehrer schaut zu ihnen und sagt: »Mary, lies weiter, ich höre dir zu«, und fast gleichzeitig »John und Richard, ich höre euch reden. Dreht euch jetzt um und macht eure Arbeit!«. Im anderen Fall ist der Lehrer ebenfalls mit einer Lesegruppe beschäftigt, und Betty liest laut. Gary und Lee, beide von der Stillarbeitsgruppe, rangeln spielerisch miteinander. Der Lehrer schaut zu ihnen und sagt ärgerlich: »Schluß mit dem Unfug! Aber auf der Stelle! Lee, du bist noch nicht fertig mit deinen Aufgaben. Mach sie jetzt sofort, und zwar richtig! Und Gary, du genauso!« Darauf geht er zum Lesekreis zurück, nimmt sein Buch wieder auf, setzt sich auf seinen Stuhl und sagt ruhig: »So, nun wollen wir unsere Geschichte weiterlesen.« (Kounin, 2006, S. 93).

1

Allgegenwärtigkeit und Überlappung

2

Reibungslosigkeit und Schwung

3

Gruppenaktivierung/-mobilisierung

4

Abwechslung und Herausforderung

25

Multiple Choice

Fräulein Jones sitzt vor der Lesegruppe. Sie hält einen Stapel Pappkarten in der Hand und fragt: »Wer kann mir das nächste Wort lesen?« Sie macht eine Pause, hält eine Karte hoch, schaut gespannt in die Runde und sagt dann: »John.« John antwortet: »Buch.« Die Lehrerin: »Gut. Wer kann mir nun ein Wort nennen, das ganz ähnlich klingt?« Wieder macht sie eine Pause, schaut sich um und ruft Mary auf. »Kuchen«, sagt Mary. Darauf fragt die Lehrerin: »Wer findet ein Wort, das sich auf »Kuchen« reimt?« Sie blickt umher und ruft Richard auf, der mit »Suchen« antwortet. (Kounin, 2006, S. 117

1

Reibungslosigkeit und Schwung

2

Allgegenwärtigkeit und Überlappung

3

Gruppenaktivierung/-mobilisierung

4

Abwechslung und Herausforderung

26

Allgegenwärtigkeit und Überlappung

  • Lehrkraft hat SuS stets im Blick und signalisiert dadurch, dass störende Vorfälle nicht geduldet werden

  • Wichtig hierbei ist die Art und Weise, wie die Lehrkraft der Klasse ihr Wissen über die Klasse vermittelt

    ·     wann greift sie in das Geschehen ein

    ·     fokussiert sie die richtige Person

  • Lehrkraft muss in der Lage sein, mehrere unterschiedliche Dinge gleichzeitig zu tun

    ·     routinierter Medieneinsatz während Aufmerksamkeit bei der Klasse liegt

    ·     mit Störungen umgehen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit bei einer/m SuS haben

27

Reibungslosigkeit und Schwung

  • Unnötige Unterbrechungen vermeiden (kann durch angemessene Unterrichtsplanung gelingen)

  • Vermeidung von Hektik/Langeweile

  • Langhangeln an Notizen (Aufgrund mangelnder Vorbereitung)

  • Vermeidung von Leerlauf und Weitschweifigkeit

  • geschmeidiger Unterrichtsverlauf ohne sachlogische Brüche und mit erkennbarem, kohärenten roten Faden

28

Gruppenaktivierung/Gruppenmobilisierung

  • Der Fokus der Lehrkraft liegt auf der Gruppe, auch, wenn gerade ein SuS an der Reihe ist. Dies gelingt durch Übertragung klarer Aufgaben an die ganze Klasse ehe die dialogische Einzelzuwendung stattfindet

  • alle Methoden, die Spannung erzeugen (Pausieren, sich umschauen), um Lernende vor dem Aufruf zu sammeln

  • Verfahren, die SuS im Ungewissen darüber lassen, wer als nächstes drankommt

  • Handlungen, die auch denen, die nicht aufgerufen wurden, signalisieren, dass die Lehrkraft alle im Blick hat

  • neue, ungewöhnliche Maßnahmen einsetzen

29

Abwechslung und Herausforderung

  • Lernaktivitäten (besonders Stillarbeitsphasen) sind so gestaltet, dass sie als abwechslungsreich und herausfordernd erlebt werden

  • Dies soll zu einer konzentrierteren kognitiven und aktiven Auseinandersetzung mit Lerninhalten führen

  • Indikatoren für Abwechslung sind:

  • ·     Art und Umfang der erforderlichen Tätigkeit

    ·     Darbietungsweise der Lehrkraft

    ·     Darbietungsweise der Arbeitsmittel

    ·     Gruppenanordnung

    ·     Lernaktivitäten

    ·     Einbezogene Standorte im Klassenzimmer

30

Fill in the Blank

Wie lauten die vier Techniken der Klassenführung nach Kounin?

31

Der Low-Profile-Ansatz

32

Multiple Choice

Was bedeutet Low-Profile ?

1

Die Kurve kriegen

2

Alle Register ziehen

3

Den Ball flachhalten

4

Am längeren Hebel sitzen

33

Low-Profile

  • erfolgreiche Strategie bei Unterrichtsstörungen zur Aufrechterhaltung des Unterrichtsflusses und Vermeidung von Beeinträchtigung des Lernklimas

  • entspricht einem frühzeitigen, deeskalierenden Eingreifen

  • anzuwenden bei kleineren vorkommenden Störungen

  • Ist auf einer Zeitschiene in drei Zonen anzuwenden:

  • - Anticipation:

    · Vobeugendes im Auge-Behalten möglicher Quellen/Signale für Störungen

  • - Deflection:

    · Möglichst non-verbale und wenig aufgeregte Reaktion in Form von proximity (zum betreffenden SuS hingehen), Blickkontakt-Herstellen, nonverbale oder gestische/mimische Signale aussenden (Augenbrauen heben, leichtes Kopfschütteln)

  • - Reaction:

    · Entweder die Störung ignorieren, um den Unterrichtsfluss nicht zu stören

    Wenn die Störung aber unterhalb der Akzeptanzschwelle liegt, soll diese unverzüglich, aber undramatisch und nach Möglichkeit diskret beendet unterbunden werden

34

Verwandtes Konzept: interactive teaching

  • Umhergehen im Klassenraum, um SuS-Verhalten zu prüfen, und das in regelmäßigen Abständen

  • gut eingespielte und schriftlich festgelegte Routinen nutzen, um nicht unterrichtliche Aktivitäten (Zettel austeilen) auf ein zeitliches Minimum zu verkürzen

  • proaktive und vorbeugende Klassenführungsmethoden anwenden

35

Abschlussquiz

36

Multiple Select

Welche gehören zu den Konzepten der Klassenführung?

1

Klassenlehrer sein

2

Integrativer Ansatz

3

Klassenführung als Inbegriff erfolgreichen Unterrichtens und Führens:

4

Klassenführung als Reaktion auf Unterrichtsstörungen

37

Fill in the Blank

Welche Elemente umfasst der integrative Ansatz?

38

Multiple Choice

Was gehört nicht zu den Forschungsfeldern der Klassenführung?

1

Regeln

2

Elterngespräche

3

Professionswissen

4

Zeitmanagement

5

Umgang mit Störungen

39

Das war´s!👏

Danke für´s Mitmachen! Meldet euch bei uns für das Handout. 😊

40

Quellen

  • Helmke, A: Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung

    des Unterrichts. 3. Auflage, Kallmeyer in Verbindung mit Klett, Seelze 2010. S. 172 – 190.

  • Helmke,A.: Aktive Lernzeit optimieren. Was wissen wir über effiziente Klassenführung?

    Pädagogik, 5/07, 2007, S.46 -50.

  • Seidel, T.: Klassenführung. In: E. Wild und J. Möller(Hrsg.), Pädagogische Psychologie, Springer,

    Berlin 2009, S. 135 – 148.

Klassenführung

Falk Beuermann, Sonja Seeger, Lara Vosen

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